Frühjahrstagung 2025

Text: Thilo Hanold

Fotos: Bernd Kuschkowitz, Tobias Dejon und Sven Schlauch

 

Ein Kurzurlaub mit Buntbarschen – die Frühjahrstagung 2025 des Arbeitskreis Großcichliden 

 

Die Frühjahrstagung des AK Großcichliden fand in der Zeit vom 09. bis 11.05.2025 in Oberlichtenau bei Dresden statt. Traditionell begann das Tagungswochenende am Freitag mit einem Abendessen vom Grill. Auch am Samstagabend wurde gegrillt, nur für das Mittagessen musste wieder eine Lösung her, da der „Lindengasthof Oberlichtenau“ mittlerweile geschlossen ist. Roland Rietsch, zuallererst als engagierter Aquarianer und erfolgreicher Züchter von Cichliden bekannt, erklärte sich bereit, die samstägliche Mittagsversorgung der Gemeinschaft zu übernehmen und eine Gulaschsuppe zu kochen, was ihm ganz hervorragend gelungen ist. DANKE, Roland.

Neben Gelegenheiten für fachlichen Austausch standen Vorträge zu unterschiedlichen Themen auf der Agenda des Tagungswochenendes, zwei davon am Freitagabend. Alexander Haberkorn eröffnete die Vortragsreihe mit „Mein Fischkeller (Technik und Fische)“, indem er seine Aquarienanlage und die von ihm gepflegten Fische in Wort und Bild vorstellte. Alexander pflegt viele verschiedene Arten. Neben Cichliden sind immer auch andere Fische, beispielsweise Welse, Salmler und Lebendgebärende Zahnkarpfen in seiner Anlage zu finden. Mit Kreativität und handwerklichem Geschick gelingt es Alexander, den ihm zur Verfügung stehenden Platz für Aquarien optimal zu nutzen, ebenso wie die technischen Möglichkeiten, Sonnenauf- und -untergänge inklusive. Moderne LED – Technik macht das möglich. Im Anschluss stand der erste Vortrag unseres Gastreferenten, Dr. Anton Lamboj, auf dem Programm: „Großcichliden aus West- und Zentralafrika – ein kleiner Überblick“. Anton stellte einzelne Arten und Gattungen vor, sein umfassendes Fachwissen wie auch seine eigene Begeisterung für diese Fische machten diesen Vortrag zu einem kurzweiligen Erlebnis. Obwohl das Vortragsthema nur einen „kleinen Überblick“ erwarten ließ, war es doch überraschend, in welch großer Anzahl und Vielfalt größer werdende Cichliden im westlichen Afrika beheimatet sind. Wir freuen uns immer wieder darüber, Anton bei unseren Tagungen dabei zu haben.

Am Samstagvormittag fand unsere Mitgliederversammlung statt.  Einige der besprochenen Themen waren: die Finanzen des AK, unsere Fischbestandsliste und erste Programmpunkte für die Herbsttagung 2025.  Auch neue Ideen wurden angesprochen: Es passiert regelmäßig und immer wieder, dass wir unsere Tagungen mit dem Gefühl beenden, dass die zur Verfügung stehende Zeit für Gespräche und Austausch zu knapp bemessen war. Grund ist das umfangreiche Vortragsprogramm und eine entsprechend straffe Zeitplanung. Es gibt die Idee, künftig lockere Gesprächs- und Diskussionsrunden zu klar umrissenen Themen in das Tagungsprogramm zu integrieren. Davon gibt es ausreichend: Fütterung, Technik, Zucht, Einstellung der Wasserwerte – um nur einige zu nennen. Tagungsschwerpunkt wird jedoch wie bisher das Vortragsprogramm sein. Der nächste Vortrag stand auf der Tagesordnung: „Madagaskarbuntbarsche (Systematik, Pflege und Zucht)“ wurde von Prof. Dr. Mike Schutkowski ausführlich präsentiert. Mike hat sich intensiv mit diesen, in ihrem natürlichen Habitat gefährdeten, Fischen beschäftigt und viele von ihm selbst erprobte Tipps für die Haltung und Zucht in seinem Vortrag präsentiert. Zuchtprojekte wurden vorgestellt, die Situation bezüglich der Arterhaltung angesprochen und auch die derzeitige Verfügbarkeit einzelner Arten thematisiert.

Im Anschluss ging es in die Mittagspause. Der Trend zur Selbstversorgung macht auch vor dem AK Großcichliden nicht halt: Zum Mittagessen wurde eine leckere Gulaschsuppe serviert, zubereitet von Roland Rietsch. Danach wurde das Tagungsprogramm fortgesetzt. Dass Dr. Anton Lamboj ein vielseitig interessierter Zeitgenosse ist, ist allgemein bekannt – folgerichtig präsentierte er in seinem interessanten Vortrag „Nordmexico 2011 - Cichliden, Kakteen und ein bisschen mehr“ neben Cichliden auch Geschichten über Land und Leute, besagte Kakteen, sowie zahlreiche Anekdoten und Reiseerlebnisse. Wir blieben gleich mal in Mexiko, denn Carsten Weile war an der Reihe mit dem Thema „Aquaristik in Mexico“. Carsten lebt seit einiger Zeit in Mexico, er präsentierte in seinem Vortrag also Informationen aus erster Hand. Ich habe Carsten als einen außergewöhnlich begeisterten und engagierten Cichlidenfan kennengelernt - und er hat tatsächlich nochmal eine Schippe draufgelegt. Neben Informationen über Handel, Szene und den Biotopen vor Ort präsentierte er auch erste Details seiner neuen Aquarienanlage. Der Übergang zum nächsten Vortrag gelang leicht, denn die eigene Aquarienanlage stellte auch Denny Riedel vor. Im Rahmen seines Vortrages „Mein neuer Fischkeller“ zeigte er anschaulich auf, welche Überraschungen man beim Erwerb größerer, gebrauchter und günstig angebotener Aquarien erleben kann. Die Vorstellungen, die mit „leichten Gebrauchsspuren“ in Verbindung gebracht werden, können schon recht stark voneinander abweichen. Mit Begeisterung und handwerklichem Können hat Denny schließlich die Ideen für seinen Fischkeller realisiert und stellte auch seinen Fischbeatz in Wort und Bild vor. Wer sich für amerikanische Großcichliden interessiert, der kennt Michael Pilack, davon kann man sicher ausgehen. Sein zweiteiliger Vortrag „Panama 2023 - Ein Fischfang-Abenteuer mit zwei Seiten“ bildete den offiziellen Abschluss der Tagung. Michael berichtete von Reiseerlebnissen, mitgebrachten Fischen, ging aber auch auf mögliche Schwierigkeiten ein, wie Chaos bei den Flugverbindungen, beschwerliche Wege und mögliche Gesundheitsrisiken. Das alles sollte man einkalkulieren. Am Ende überwiegt aber immer die Freude, auch über die mitgebrachten Fische, wie Michael überzeugend darlegte. Wir können davon auszugehen, dass Michael bereits Pläne für weitere Reisen und Unternehmungen hat, denn er ist ein Überzeugungstäter, den Rückschläge, wenn überhaupt, dann auch nur kurzzeitig beeindrucken können.

Die Tagungen des AK Großcichliden sind seit vielen Jahren gut besucht, was uns natürlich freut. Trotzdem ist das keine Selbstverständlichkeit und man sollte immer mal wieder genau hinschauen, welche Gründe es für Erfolg oder Misserfolg geben kann. Nachdem ich an den Tagungen des AK Großcichliden seit mehreren Jahren regelmäßig teilnehme, bin ich überzeugt, dass auch das besondere Flair der Tagungslokalität einen wesentlichen Beitrag dazu leistet. Die Rahmenbedingungen vor Ort vermitteln eine Mischung aus Kurzurlaub, Ferienlager und Fischfangreise, alles recht kompakt und mal schnell an einem Wochenende organisiert. Man ist unter Gleichgesinnten, das Essen wird selbst zubereitet, die gesamte Organisation und Verpflegung im Team organisiert. Sven Schlauch arbeitet als Leiter kontinuierlich für den Arbeitskreis, denn es gibt immer etwas zu planen, zu koordinieren und abzustimmen, auch wenn die nächste Tagung noch weit entfernt scheint. Auf den letzten Kilometern der Anreise ist man fast nur noch von Wiesen, Äckern und Wäldern umgeben. Unterkunft und Tagungsräume sind rustikal und teilweise spartanisch ausgestattet. Man schläft im einfachen Bett, eventuell noch in einem ungeheizten kleinen Holzhaus – und man ist im ländlichen, eher dünn besiedelten Raum weit weg und entkoppelt vom eigenen Alltag. Und kommt oft genug mit neuen, oft selten erhältlichen Fischen wieder nach Hause. Nachzuchten wurden am Tagungswochenende auch wieder getauscht, unsere Tauschecke war wieder gut bestückt und zahlreiche Fische wechselten ihre Besitzer. Zum Teil sind die Aquarien der Tauschecke technisch komplett ausgestattet und eingerichtet, so dass sich auch unsere Fische bei der Tagung wohlfühlen können.

Am Sonntag wurde noch gemeinsam gefrühstückt, danach stand nur noch Aufräumen und Abreise auf dem Programm. Wir konnten 34 Mitglieder unseres Arbeitskreises am Tagungswochenende begrüßen. Darüber hinaus nahmen 8 Gäste und ein Gastreferent an der Veranstaltung teil. Wir freuen uns sehr, dass wir 3 neue Mitglieder in unsere Reihen aufnehmen konnten und danken allen, die bei unserer Tagung dabei waren, im Besonderen an dieser Stelle noch einmal unserem Gastreferenten Dr. Anton Lamboj. Natürlich darf auch wieder ein großes DANKE an das Küchenteam und an alle, die sich aktiv eingebracht und die Organisation sichergestellt haben, nicht fehlen. Es war wieder eine schöne Tagung, wir freuen uns schon auf die nächste!

Alles, was rund um den Arbeitskreis Großcichliden aktuell und darüber hinaus noch wissenswert ist, gibt es unter: https://www.arbeitskreis-grosscichliden.de  Auf der Homepage des AK steht auch eine Chronik zur Verfügung, welche die Geschichte des Arbeitskreises ausführlich in Wort und Bild vorstellt.

 Das Banner über dem Eingang. Hier treffen sich Großcichlidenfreunde.

Roland Rietsch kümmert sich diesmal um die Samstag Mittag Verpflegung

Ein Teil der Aquarienanlage von Alexander Haberkorn

Anton Lamboj mit seinem ersten Vortrag am Freitag Abend

Prof. Dr. Mike Schutkowski bei seinem Vortrag über Madagaskar Cichliden

Anton Lamboj bei seinem zweiten Vortrag am Samstag

Carsten Weile lebt gerade in Mexico und ist extra nach Deutschland gekommen

Denny Riedel stellt uns seinen neuen beeindruckenden Aquarienkeller vor.

Michael Pilack berichtet in 2 Teilen von seiner Panama Reise

Das gemeinsame Frühstück am Samstag Morgen.

Wie immer bestens vorbereitet von Maik Volkmann.

Jeder packt mit an in der Küche.

Die Räumlichkeiten sind bestens geeignet für unsere Vorträge. 

Frisch vom Rost. Original Thüringer Roster.

Und Rostbrätel von unserem Bratmeister Steve Bornkessel.

Dem AKG Leiter Sven Schlauch schmeckts.

Gemütliches Zusammensein.

In den Pausen wird immer gefachsimpelt.

Und natürlich die Finanzen geregelt von unserem Kassierer Ronny Kubitz.

Unsere Tauschecke.

Auch Wasserpflanzen werden regelmäßig getauscht.